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Acryl
(Werkstoffkunde) 
  Wollähnliche Chemiefaser. Acryl ist die geläufige Bezeichnung für Polyacrylfasern. Eigenschaften: Leicht, hohe Bauschkraft, weich und warm, licht- und wetterbeständig, filzfrei, läuft nicht ein, mottenecht, leuchtende Farben, pflegeleicht, schnell trocknend. Acrylfasern sind wegen ihrer permanenten Kräuselung der Wolle sehr ähnlich, die Reiß- und Scheuerfestigkeit der Wolle wird jedoch deutlich übertroffen. Die Faser besitzt ein gutes Wiederaufrichtvermögen bei ausgezeichneter Wärmeisolierung. Der weiche Griff verleiht den daraus gefertigten Stoffen besondere Eleganz. Wegen der geringen Feuchtigkeitsaufnahme relativ geringe Verschmutzung, jedoch nicht so verschleißfest wie Polyamidfasern. Bekannte Markennamen u.a. Dralon®, Dolan®.
     
Alpaka
(Werkstoffkunde)
  Die Wolle des Alpakas hält die Wärme fünfmal besser als Schafwollgarne. Durch mikroskopisch kleine Lufttaschen hält es besser warm als fast alle anderen tierischen Fasern. Alpaka enthält kein Lanolin und ist daher für Wollallergiker geeignet. Alpakawolle gibt es in verschiedenen Tönungen von reinweiß über beige zu allen Braun- und Rotbrauntönen bis hin zu Grauabstufungen und tiefschwarz. Besonders fein ist natürlich die Wolle des Baby-Alpakas, welche von dementsprechend jungen Tieren gewonnen wird. Die Alpaka-Wolle wird durch Schur des Alpakas gewonnen. Das ALPAKA ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende zur Wollgewinnung gehaltene Kamelart.
     
Alt Wiener Stesser
 
  In Wien wurde der Bowler oder die Melone bis in die Zwischenkriegszeit von höheren Angestellten aufwärts, zum Business Outfit getragen. In Wien war er auch als Stesser bekannt.
     
Anthony Eden Hat   Der Homburg ist ein Herrenhut aus Haarfilz mit hochgebogener, eingefasster Krempe, einem Bridee. Er wurde als Homburg zu einem weltweiten Verkaufsschlager, nicht zuletzt weil er von vielen Politikern und Staatsmännern getragen wurde: Kaiser Wilhelm II., Konrad Adenauer, Bruno Kreisky,  Julius Raab, Anthony Eden. Der Homburg wurde ursprünglich in Bad Homburg  Hutfabrik Möckel hergestellt. Der große Durchbruch für den Homburg kam mit dem Besuch des britischen Thronfolgers (später König Edward VII.)  1882 in Bad Homburg. Edward gab ihn als Kurgast hier in seinem typischen eleganten Grau beim Hutmacher Möckel in Auftrag. Edward sah den Hut das erste Mal bei seinem Neffen, Kaiser Wilhelm II. in Homburg. Das neue Design verbreitete sich schnell und verdrängte alsbald den Zylinder. In Großbritannien war eine ähnliche Hutform in den 1930er- bis 1950er Jahren populär. Der sogenannte „Anthony Eden“ (nach dem gleichnamigen Politiker, der ihn häufig trug und ein Stilvorbild der Dreißigerjahre war) hatte jedoch im Gegensatz zum klassischen Homburg einen nicht eingefassten Schnittrand.
     
Antilop-Finish   Mit Antilop-Finish oder Antilope Qualität bezeichnen die Hutmacher eine besondere Haarlänge des Hutstumpens. Die Haare werden nach dem Filzen etwas länger belassen und dann relativ kurz geschoren oder abgeschliffen. Dadurch entsteht eine samtige weiche Oberfläche, die an das Fell der Antilope, oder für uns leichter vorstellbar, jenes eines Rehes erinnert. Es entsteht auch ein etwas glänzender Effekt. Das Antilope-Finish verleiht dem Hut auch einen angenehmen Griff. Antilope Qualitäten werden für elegante aber auch sportliche Hüte verwendet.
     
Ausseer Hut   Der zur Ausseer Tracht passende Hut stammt wie der Name schon sagt aus Bad Aussee. Es handelt sich meist um eine klassische Trilby Form mit höherem Kopf und Längseindruck mittig von vorne nach hinten (eine rinnenartige Vertiefung, die wie ein kleines Tal den Hutkopf teilt). Die Augen (beidseitige ovale Vertiefungen im Vorderteil des Hutkopfes, die ursprünglich durch den Gebrauch des Hutes entstanden) sind nur angedeutet. Die Krempe ist klassisch hinten hinauf und vorne hinuntergebügelt oder als Snap Brim gepresst. Charakteristisch ist aber das breite Umbind aus feinstem Rips in tiefem Ausseer Grün. Unterschiedlich zum Standard-Ripsband hat es eine seidige fast glatte Oberfläche, die an beiden Rändern von kleinsten Zähnchen (wie bei einer Briefmarke) begrenzt ist. Typisch ist auch der schmetterlingsartige mehrflügelige Klang (also der Abschluss des Umbinds mittig hinten). Dieser ist vor dem Kauf zur Schonung niedergeheftet. Einmal geöffnet entfaltet er sich wie ein aufgeschlagenes Buch. Der Ausseer ist im selben tiefen Grün wie das Umbind eingefasst. 
     
Bandstelle   Ist der Übergang von der Krempe zum Kopfteil des Hutes, wo auch das Umbind seinen Platz hat.
     
Baskenmütze, Beret   Unser Beret von FLEUR DE LIS ist eine scheibenförmige aus bester junger Schafwolle gestrickte und dann stark verwalkte Kopfbedeckung, die je nach Größe des Berets rund um den Kopf einen schützenden Rand bildet. Das Beret stammt ursprünglich aus dem Bearn in der Gascogne. Dies ist ein wunderschöner Landstrich im Südwesten Frankreichs, den Alexandre Dumas als Garten Gottes bezeichnet hat. Dort kann Wind und Regen aber auch sehr heftig sein. Unser Beret von FLEUR DE LIS kommt genau aus dieser Gegend. Die Schafhirten in den Tälern der Pyrenäen schützten sich mit solchen Berets vor Kälte und Nässe. Selbst starken Regen kann ein gutes Beret lange abhalten. Über die französische Revolution und die Intellektuellen Frankreichs fand das Beret Eingang in die internationale Damenmode. Dort wird es immer seinen festen Platz haben. Berühmte Beret-Trägerinnen waren Marlene Dietrich, Greta Garbo, Romy Schneider oder Brigitte Bardot. Einen festen Platz hat es auch im militärischen Bereich. Dort haben es die Fallschirmspringer zu aller erst entdeckt und so für alle Waffengattungen interessant gemacht.
     
Baumwolle
(Werkstoffkunde) 
  Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze. Ungewöhnlich ist, dass mindestens vier Völker unabhängig voneinander diese Pflanzengattung in Kultur nahmen. Verglichen mit Kunstfasern ist Baumwolle sehr saugfähig und kann bis zu 65 Prozent ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sind allerdings Gewebe aus Baumwolle einmal nass geworden, trocknen sie eher langsam. Zudem besitzt Baumwolle auch eine hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit, ist aber auch in der Lage diese wieder abzugeben. Baumwollstoffe gelten als sehr hautfreundlich (sie „kratzen“ nicht) und haben ein äußerst geringes Allergiepotential. Diese Eigenschaften macht sie für die Textilindustrie interessant. Zusätzlich macht die molekulare Struktur der Baumwolle ihre Fasern widerstandsfähig gegen Hitze und Laugen. Baumwolle ist damit auch bei starker Benutzung und häufiger Reinigung besonders langlebig.
     
Belseta    Ist ein modernes Bekleidungstextil, welches hauptsächlich aus Mikrofaser gewebt wird. Die dichte Mikrofaseroberfläche ergibt geraut und geschmirgelt ein flauschiges pfirsichhautähnliches Aussehen und Anfühlen.

     
Beanie    Ein Beanie ist eine Strickmütze in Übergröße. Sie erinnert an die Pudelmütze. Das Beanie wurde von der US Musikszene entdeckt und ist dort die allgegenwärtige Kopfbedeckung. Hat auch in Europa seit 2009 einen festen Platz in der Damen wie Herrenmode. Wird in praktisch allen Qualitäten angeboten, in letzter Zeit auch mit Fellpompons. Siehe auch Oversize Haube.
     
Boater   siehe Girardi
     
Bogart   Der Trilby oder Bogart (nach Humphry Bogart, von dem es unzählige Bilder mit solchen Hüten gibt) ist die Hutform des 20. Jahrhunderts schlechthin. Diese war ein Zeichen des Fortschritts. Sie löste den Steifen Hut bzw. die Melone oder den Bowler ab und konnte auch bei offiziellen Anlässen getragen werden. Ein Vorläufer des Trilbys war der Homburg. Nur war hier die Krempe eingefasst und eingestreckt, d.h. die Krempe war rundherum heraufgebügelt und mit einem sogenannten Bridee abgeschlossen.
     
Bouclé   Ist am besten mit dem deutschen Wort Locke übersetzbar. Auch Schlaufe oder Schlinge wäre sehr aussagekräftig. Einmal ein Stück Bouclé Stoff in der Hand gehabt, versteht man die Bezeichnung. Das twillartige Gewebe ist mit seiner schlingenartigen Oberfläche sehr weich und luftig. Es fühlt sich deshalb auch sehr warm und angenehm an. Bei der Damenhutproduktion wird Bouclé oft als Garnitur verwendet. Bouclé ist sehr elastisch und ist daher ein beliebter Werkstoff für Hauben, Schals und auch Handschuhe. Coco Chanel gab ihren typischen Chanel Kostümen mit Bouclé Stoffen ihre persönliche Note. Da Chanel ursprünglich Modistin war, entwarf sie bald auch Hüte und Berets mit und aus Bouclé-Stoffen.
     
Bowler Hat   Der Bowler ist ein steifer, abgerundeter Hut, der um 1860 erstmals in Southwark London von Thomas William Bowler gefertigt wurde und im englischsprachigen Raum nach seinem Erfinder Bowler heißt. Der Bowler ist aus schwarzem Haarfilz gefertigt und hat eine steife Krempe, die mit einem Bridee abschließt. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war der Bowler die Kopfbedeckung der Banker Londons!
     
Bridee   Hochgezogene, oft ein wenig nach innen gerollte Krempe, deren äußerer Rand mit Ripsband überzogen ist.
     
Canotier   siehe Girardi
     
 Canvas   Canvas ist ein sehr festes und widerstandsfähiges Gewebe. Früher wurde Canvas aus Hanf gewebt, heute hauptsächlich aus Baumwolle. Durch eine besondere Webtechnik – Wechsel des Schussfadens hinter und vor die Kettfäden – wird eine besondere Spannfähigkeit und Reißfestigkeit erzielt. Das Gewebe sieht auf Innen und Außenseite gleich aus. Ursprüngliche Verwendung für Zelte und Liegestühle, heute immer mehr für Accessoires, da Canvas sehr atmungsaktiv ist. Es kann bis zu 80% seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ist daher für sommerliche Schnittware, wie zB Kappen und Mützen, sehr gut geeignet.
     
Capeline    Siehe auch Stumpen. Bei der Capeline ist der Konus bereits in Kopf und Krempe geteilt.
     
Chapeau Claque   Der Chapeau Claque ist nichts anderes als ein Zylinder in Seide oder ähnlich glänzendem Material, der über ein ausgeklügeltes Drahtgestell gespannt ist. Dieses Gestellt lässt sich zusammenklappen und macht beim Öffnen ein „klackendes“ Geräusch - daher der Name. Dieser Zylinder ist also zusammenlegbar, demnach trotz der sperrigen Facon leicht zu verstauen.
     
Chevalier Hut   siehe Girardi
     
Cloche   Der oder besser die Cloche ist in den „Roaring Twenties“ kreiert worden. Die Damenmode hatte sich von vielen Zwängen befreit. Die Kostüme durften kürzer sein und waren relativ gerade geschnitten mit tiefer Taille und nicht sehr figurbetont. Die Cloche hat eine runde Kopfform mit einer kurzen rundum nach unten gerichteten Krempe. Ergebnis ist eigentlich ein glockenartiger Hut, der nur puristisch garniert war.
     
Cordsamt Schnürlsamt  Werkstoffkunde   Cordsamt wird auch Schnürlsamt, Kord, Corduroy oder Manchester (nach dem ersten Herstellungsort) genannt. Cordsamt hat in der Hutmacherei als Garniturstoff und vor allem bei geschneiderten Kopfbedeckungen wie Kappen, Mützen und Berets eine große Bedeutung. Das hochwertige und widerstandsfähige Gewebe besticht durch die seidig glänzende und auch bei niederflorigem Cordsamt immer weiche Oberfläche. Der Flor wird beim Cordsamt vom Schussfaden gebildet, wodurch sich die Streifen ergeben. Genauso wie beim klassischen Samt hat Cordsamt eine Strichrichtung, die bei der Verarbeitung beachtet werden muss, da Cordsamt mit oder gegen den Strich unterschiedlich aussieht und sich unterschiedlich anfühlt. Üblicherweise besteht Cordsamt zu fast 100 % aus Baumwolle. Manchmal ist Elastan für Stretchcord beigemengt.
     
Crochet   Ist die mittlerweile auch im Deutschen geläufige Bezeichnung für „Gehäkeltes“. Insbesondere bei Sommerhüten, kommt gehäkeltes Stroh immer mehr zum Einsatz, weil es aufgrund der gehäkelten Maschen ja sehr luftig ist.
     
Cuba Cap   Eigentlich nichts anderes als die Drill Sergeant Cap – wurde auch von Fidel getragen!
     
Diamond Crown   Die „Diamond Crown“ ist eine Hutform bei der wie beim „Ententeich“ das obere Ende der Hutkrone den äußeren Rand entlang eingepresst ist, der mittlere Teil aber wieder nach oben gewölbt ist. Diese Gegenwölbung nach oben ist notwendig, um genügend Platz für den Kopf des Trägers zu bieten. Naturgemäß werden diese Formen für niedrigere Kronen verwendet. D.h. die seitliche Höhe bei dieser Hutform wird höchstens 90 bis maximal 100 mm betragen. Diamond Crown heißt diese Form deshalb, weil die Gegenwölbung von oben gesehen einer oft angewendeten Diamant-Schliff-Form sehr ähnlich ist. Da der Begriff Diamond Crown für Hüte in unseren Breiten eher selten angewendet wird, wird hier auch sehr oft von einer „Pork Pie Form“ gesprochen. Bei dieser jedoch läuft die schluchtartige Einpressung wirklich genau entlang des oberen Endes der Hutkrone!
     
 Donegal Tweed (Werkstoffkunde)   Ist ein relativ locker gewebter Stoff aus bester Wollqualität. Früher wurde Donegal Tweed auf Handwebstühlen mit eingestreuten Noppen gewebt. Benannt wird dieser Tweed nach seiner Herkunft, dem Donegal County in Nordwestirland. Donegal Tweed wird für Mantel- und Sakkostoffe verwendet, insbesondere auch für sportliche Herrenkappen und Mützen. Obwohl „relativ locker“ gewebt ist Donegal Tweed sehr warm und widerstandsfähig. Ein idealer Stoff für Outdoor Bekleidung und Kopfbedeckungen. Beliebte Webmuster sind Fischgrät sowiePfeffer-und-Salz-Dessins
     
Double Face   Ist ein beidseitig vollwertiges Doppelgewebe, welches auf beiden Seiten dem Design des Mantels, Kostüms, Schals, der Kopfbedeckung dient. Wird meist als Webware angeboten. Oft sind aber auch zwei verschieden eingefärbte Stoffe miteinander verbunden.
     
Drill Sergeant Cap   Die Drill Sergeant Cap ist die Kappe des Unteroffiziers in der US Army. Sie hat eine fast senkrechte Seitenwand und einen flachen Deckel in Verbindung mit einem relativ kurzen Schirm. Besonders während und nach dem ersten Desert Storm war das Original in Camouflage oft zu sehen. Dieselbe Form wurde dann in leichten Sommerstoffen uni und in klassischen Dessins sehr gut angenommen. Heute gibt es sie in Wollstoffen, Cord und Leder.
     
Duck Cap   Ist meist eine Herrenkappe oder Herrenmütze, deren grundsätzlich klassische längliche Form durch einen besonders eng geschnittenen Vorderteil gekennzeichnet ist, wodurch sich rund um den Schirm eine Schnabelartige Form ergibt. Von der Seite betrachtet, erinnert die Duck Cap ein wenig an den Kopf einer Ente. Diese Form entstand durch eine zu klein getragene 504 WOOL CAP von Kangol. Diese wurde besonders von afroamerikanischen Musikern absichtlich so klein gewählt um diese Formung zu erzielen.
     
Einfass, eingefasste Krempe   Der äußere Rand der Krempe kann mit speziell dafür pruduzierten Ripsbändern eingefasst werden. Dies dient in erster Linie der Dekoration des Hutes. Natürlich wird dadurch auch eine Verstärkung des Krempenrandes erzielt. Das Ripsband ummantelt den Krempenrand. Zu dekorativen Zwecken kann die Krempe auch mit einem zweiten oder gar dritten Einfass vorstoßartig benäht werden. Meist wird die Einfassfarbe mit jener des Umbinds assortiert.
     
eingestreckte Krempe   Die Krempe des Hutes kann am Rande verstärkt werden. Dies geschieht in der Regel durch Umlegen der äußeren 3 bis 5 mm nach oben oder unten. Dieser umgelegte Krempenrand wird dann niedergebügelt und hernach gesteppt. Je nachdem ob nach oben oder unten wird dies "eingestreckt nach unten" bzw. "eingestreckt nach oben" genannt. Die Krempe kann natürlich auch durch ein Einfass verstäkt werden. Hiebei steht aber mehr der dekorative Aspekt im Vordergrund.
     
Ententeich   Die Krone des Hutes ist mit einem Ententeich abgeschlossen; d.h. die Vertiefung in der Längsrichtung des Hutes ist mit einer wiederum nach oben gerichteten Wölbung versehen, um dem Kopf des Trägers Raum zu geben. Die so entstehende je nach Modell schmälere oder breitere Rinne rundherum wär dann der Ententeich, und die Wölbung die Insel, auf der sich die Enten das Gefieder putzen - dies nur zur Entstehung des Begriffes! Diese Kopfform wird immer öfter bei Trilbies verwendet, deren Kopfteil nicht zu hoch erscheinen soll. Ebenso bei den Pork Pie Hüten. Bei diesen ist die beschriebene Rinne oft nur sehr schmal und erscheint eher wie eine faltenartige Vertiefung.
     
Fedora   Der Fedora ist ein weicher Filzhut, meist aus Haarfilz, der längs der Krone eine Vertiefung von hinten nach vorne aufweist und an der Vorderseite an beiden Seiten eingedrückt ist. Die beiden vorderen Vertiefungen unterhalb des Längseinschlags werden auch Augen genannt. Unserer Meinung nach ist die von hinten nach vorne durchgehende Vertiefung - der Längseinschlag - und die sehr weiche und leichte Ausführung für den Fedora besonders typisch. Er wird üblicherweise von Männern getragen, Damenversionen sind ebenfalls zu finden. Die Bezeichnung "Fedora" stammt aus dem angelsächsischen bzw US-amerikanischen Raum und taucht in Europa immer öfter auf.
     
Fez   Ein Fez ist eine Kopfbedeckung für Männer, die nach der marokkanischen Stadt Fès benannt ist. Ein Fez hat die Form eines steilen stumpfen Kegels mit einer Quaste. Das obere Ende ist also abgeflacht. Das Fez stammt aus der Türkei und den arabischen Ländern. Hat in Europa keine Bedeutung mehr. Das Fez wurde in der Türkei als Zeichen der Rückständigkeit von Kemal Atatürk verboten.
     
Flat Cap   Die Flat Cap ist eigentlich nichts anderes als die klassische englische Sportkappe. Sie zeichnet sich durch einen sehr engen und flachen Schnitt aus, d.h. der Oberteil ist meist aus einem Stück geschneidert. Die Flat Cap hat praktisch keine Überweite oberhalb der Schläfen und wird besonders von Herren mit sehr schlanker Gesichtsform bevorzugt. Da diese Kappenform manchmal besonders eng geschnitten ist, bildet der Vorderteil der Kappe eine leichte Schnabelform, weshalb auch der Begriff „Duck Cap“ als Synonym verwendet wird.
     
FLEUR DE LIS   Das französische Wort für die Lilie. Hat in der Geschichte der Könige Frankreichs eine geradezu mythische Bedeutung. Wurde vor ungefähr 70 Jahren von einer Hutmanufaktur aus Lyon als Markenname auserkoren. In Zusammenarbeit mit der Firma Geschwister Mauerer wurde FLEUR DE LIS zu deren Eigenmarke.
     
Gatsby Kappe   Die Gatsby Kappe ist eine achtteilige Herrenkappe mit Schirm. Der achtteilige Kopfteil ist sehr großzügig geschnitten. Die Gatsby Kappe wird aus dickeren Stoffen wie beispielsweise Harris Tweed oder edlen Kammgarn-Mantelstoffen geschneidert. Die Überweite, welche durch den großzügigen achtteiligen tellerartigen Kopfteil entsteht, schmeichelt vor allem runden Gesichtsformen. Der Wortursprung stammt aus dem Hollywood Streifen „Der große Gatsby“ mit Mia Farrow und Robert Redford, der in diesem Film eine solche Kappe trägt.
     
Girardi   Alexander Girardi (1850-1918) war ein österreichischer Volksschauspieler, der  große Beliebtheit bei der Bevölkerung genoss. Er spielte an allen bedeutenden Bühnen Wiens und absolvierte Gastspiele in Berlin, Hamburg und Dresden. Girardi war ein immer modisch gekleideter Mann, der den steifen Strohhut mit abgeflachtem Kopfteil und flacher steifer Krempe populär machte. Dieser Strohhut aus Weizenstroh war mit zur übrigen Kleidung passenden Umbinden, meist aus Seide, garniert (Ursprung des Krawattenumbinds). Zur Jahrhundertwende war dieser Hut eine Massenkopfbedeckung für Herren. Die Form war mehr oder weniger immer gleich. Durch das Umbind konnte man sich abheben, bzw seine Zugehörigkeit zu Regimentern oder Clubs (England) anzeigen. Wurde und wird in Deutschland als Kreissäge, im angelsächsischen Sprachraum als Boater, in Frankreich als Canotier oder Chevalier Hut (nach Maurice Chevalier (1888-1972)) bezeichnet.
     
Grosgrain Band   siehe Ripsband
     
Homburg   Der Homburg ist ein Herrenhut aus Haarfilz mit hochgebogener, eingefasster Krempe, einem Bridee. Er wurde als Homburg zu einem weltweiten Verkaufsschlager, nicht zuletzt weil er von vielen Politikern und Staatsmännern getragen wurde: Kaiser Wilhelm II., Konrad Adenauer, Bruno Kreiskys,  Julius Raab, Anthony Eden.Der Homburg wurde ursprünglich in Bad Homburg vor der Höhe durch die 1806 gegründete Hutfabrik Möckel hergestellt. Der große Durchbruch für den Homburg kam mit dem Besuch des britischen Thronfolgers (später König Edward VII.) am 29. August 1882 in Bad Homburg. Edward gab ihn als Kurgast hier in seinem typischen eleganten Grau beim Hutmacher Möckel in Auftrag. „Erfunden“ hat er ihn nicht. Edward sah den Hut das erste Mal bei seinem Neffen, Kaiser Wilhelm II. in Homburg. Das neue Design verbreitete sich schnell und verdrängte alsbald den Zylinder. Im Gotischen Haus in Bad Homburg ist eine Ausstellung über den Hut zu sehen.In Großbritannien war eine ähnliche Hutform in den 1930er- bis 1950er Jahren populär. Der sogenannte „Anthony Eden“ (nach dem gleichnamigen Politiker, der ihn häufig trug und ein Stilvorbild der Dreißigerjahre war) hatte jedoch im Gegensatz zum klassischen Homburg einen unbordierten, geraden Schnittrand. Im Gotischen Haus in Bad Homburg ist eine Ausstellung über den Hut zu sehen.
     
Hutdraht   Ist ein besonders feiner und biegsamer Draht, der am häufigsten im äußersten Rand der Hutkrempe Verwendung findet. Der Hutdraht bleibt in der ihm gegebenen Form. So ist es möglich, die Eigentragfähigkeit von breiten Krempen oder die Krempenstellung von zB. Westernhüten zu fixieren. Die Form des Hutdrahtes ist auch vom Träger,des Hutes nachträglich veränderbar, obwohl dieser oft gar nicht sichtbar ist, sondern nur gefühlt wird, weil er in die Krempe eingearbeitet ist.
     
Kaschmirwolle
(Werkstoffkunde) 
  Die Kaschmirwolle (auch bekannt als Cashmere) ist eine feine (19 bis unter 12 µm) und sehr weiche Faser, welche zum Ende des Winters durch Kämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Der Name ist von der Region Kaschmir abgeleitet. Kaschmir ist eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern und wird deshalb häufig mit Merinowolle oder anderer Schafwolle gemischt angeboten. Der Verkaufspreis richtet sich nach der Qualität der Wolle. Die Haare sollten möglichst fein (dünn), lang, gekraust und hell (weiß) sein; sie nehmen dabei ähnlich wie gewöhnliche Wolle Farbstoffe gut auf. Pro Tier werden ca. 150 Gramm gesammelt, die heute meist maschinell von den Oberhaaren (Grannen) gereinigt werden müssen. Wichtigste Erzeugerländer sind China, die Mongolei, Iran und das mittelasiatische Hochland (Pamir). Es finden sich jedoch auch große Zuchtfarmen in Australien, Neuseeland und Schottland. Die regionale Industrie hat sich auf die Fertigung von edlen Kleidungsstücken wie zum Beispiel Schals und Mützen spezialisiert. Kaschmir zählt aufgrund seiner Feinfaserigkeit zu den Edelwollen mit extrem guten Wärmerückhaltungseigenschaften auch bei geringem Eigengewicht.
     
Kette   Im Englsichen der „Warp Yarn“, also der Kettfaden der längs der Webrichtung läuft und durch dessen Vielzahl die Schussfäden geschossen werden.
     
Klang    Der Klang ist in der Sprache der Hutmacher der Abschluss des Umbinds. Meistens handelt es sich dabei um eine rechtwinkelig über die zusammenstoßenden Enden des Umbinds gelegte Schleife oder Passe aus dem selben Material.
     
Kreissäge   siehe Girardi
     
Krempe   Die Krempe ist der Rand des Hutes, also der meist radial abstehende Fortsatz des Kopfteiles, der ursprünglich eine rein schützende Funktion hatte, dessen Breite aber mit der Mode variiert.
     
Melone   Melone nennt man im deutschsprachigen Raum den Bowler.
     
Mercerisierung
(Werkstoffkunde) 
  Die Merzerisation (Mercerisation) ist ein Veredelungsverfahren für Baumwolle, das vom Engländer John Mercer in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Er bemerkte beim Filtrieren von Natronlauge durch ein Baumwolltuch, dass das Gewebe aufquoll und anschließend deutlich andere Eigenschaften aufwies.Beim Merzerisieren wird Baumwolle unter Einwirkung von Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt. Hierbei quellen die Fasern auf, der Querschnitt verändert sich von nierenförmig zu rund und die Länge der Fasern verringert sich um bis zu 25%. Diese Strukturveränderungen führen zu seidenartigem, waschbeständigem Glanz, besserer Färbbarkeit, höherer Festigkeit und besserer Dimensionsstabilität.
     
Mohair
(Werkstoffkunde)
  Mohairwolle wird aus dem Haar der Angoraziege gewonnen. Das Haar der Angoraziege ergibt Mohair, ist wenig gekräuselt und besitzt höhere Dichte als Schafwolle. Mohair ist die spezifisch leichteste Textilfaser. Trotzdem sind Gewebe aus oder mit Mohairwolle besonders warm. Das lange seidige Haar der Angoraziege setzt sich bis ins Endprodukt, dem seidigen Mohair Kammgarn durch. Gerade in den Staaten des ehemaligen Ostblocks waren wegen der dort herrschenden Winterkälte gestrickte beretartige Kopfbedeckungen aus Mohair besonders beliebt. Es sei hier darauf hingewiesen, dass nur das Haarkleid des Angorakaninchens als Angora angeboten wird, nicht aber jenes der Angoraziege.
     
Mottled Stroh   Aus Borten genähte Stroh-Stumpen oder Stroh-Capelines, sogenannte "Mottleds", gibt es in verschiedenen Feinheiten. Je schmäler die konzentrisch vernähte Borte, desto hochwertiger und teurer der Strohstumpen. Die Breite der Borte kann auch bloß 3 mm schmal sein. Diese Borten sind aus Weizenstroh geflochten. Mottled Stroh ist mit dem klassischen europäischen Strohhut zu assoziieren. Ein Zentrum der Mottled Produktion war die Marque in Italien.
     
Nappaleder
(Werkstoffkunde)
  Mit Nappaleder wird heute Leder mit glatter Oberfläche bezeichnet. Dabei wird nicht nach Tierarten unterschieden. Durch die Glättung wird das Nappaleder meist sehr weich und geschmeidig. Je nach Verwendungszweck wird die natürliche Narbung beibehalten oder aber auch abgeschliffen und somit eine homogene glatte Lederoberfläche erzielt.
     
     
Nubuk Leder (Werkstoffkunde)   Nubuk Leder ist die Bezeichnung für narbenseitig angeschiffenes Rauleder. Die Narbenseite ist die dem Tierkörper abgewandte Seite (die Fleischseite ist die dem Tier zugewandte Seite und Rauleder dieser Seite nennt man Veloursleder). Das Nubuk Leder ist nicht so stark angeschliffen wie das Rauleder und hat deshalb einen zarten niedrigeren Flor. Nubuk Leder wird von Kalbs- und Rindhäuten gewonnen und eignet sich sehr gut für Handschuhe. 
     
Organische Baumwolle Organic Cotton (Werkstoffkunde)  

Wächst in subtropischen Ländern, wie der Türkei, USA und China. Diese Baumwollpflanzen sind gentechnisch nicht modifiziert. Der Anbau erfolgt ohne den Einsatz von Pestiziden und chemisch-synthetischer Düngung. Dies bedeutet für den Träger von Baumwoll-Kleidungsstücken, dass diese weniger synthetische Pestizide, Insektizide und sonstige mehr oder weniger giftige Pflanzenschutzmittel, als konventionelle Baumwollprodukte enthalten. Auch für die Baumwollproduzenten ist die Pflanzung und Ernte organischer Baumwolle nicht so gesundheitsgefährdend wie bei konventioneller Baumwolle. Die weltweite Produktion organischer Baumwolle wächst jährlich um 50 Prozent.

     
Oversize Haube   Die Oversize Haube ist nichts anderes als ein Beanie. Während unserer Verkaufstätigkeit hören wir für diese beiden Arten von Hauben oder Mützen oft auch scherzhaft die Bezeichnung "Schlumpfhaube"!
     
Panama   Was ist Panama-Stroh?
Der Panama Stumpen (kegelförmiger Rohling) wird aus dem Toquilla-Stroh des Scheibenblumengewächses Carludovica palmata (auch Panama-Hut-Pflanze genannt) geflochten. Dieses Toquilla Stroh stammt aus den Provinzen Manabi und Azuay in Ecuador. Zentrum der Manufakturen sind die Städte Montecristi und Jipijapa (Manabi) und Cuenca (Azuay). In Cuenca sind die größten und bekanntesten Exporteure ansässig.

Je feiner das Strohgeflecht, desto teurer ist das Endprodukt, der Panama Hut. Die geflochtenen Rohlinge werden dann von den bekanntesten Hut-Manufakturen (Borsalino, Stetson, Mayser, FLEUR DE LIS etc.) nach Europa oder den USA importiert und dort dann zu fertigen Hüten gepresst und staffiert.
Wieso Panama, wenn aus Ecuador?
Über die Entstehung des Namens gibt es mehrere Theorien. So wurde der Stumpen früher nur über Panama ausgeführt. Nach einer anderen Darstellung haben Arbeiter und Ingenieure nach der Fertigstellung des Panamakanals einige Exemplare nach Europa eingeführt.  Eine andere Theorie besagt, Theodore Roosevelt habe im Jahre 1906 einen dieser Hüte bei der Eröffnung des Panamakanals getragen. Sein Foto machte diesen Strohhut weltbekannt.
Seitdem heißt der ecuadorianische Hut, bis dahin als Jipi-Japa bekannt, Panama-Hut.

Behandlung Ihres Panama Hutes
Nur der „Panama-Folder“ lässt sich ohne Schaden zu nehmen zusammenlegen oder rollen. Der Folder ist am charakteristischen Riff erkennbar, das mittig von vorne nach hinten verläuft. Die klassischen in Europa anzutreffenden Panamas sollten in ihrer Form bleiben. Keinesfalls sollte Ihr Panama starkem Regen ausgesetzt werden. Zu trocken ist allerdings auch nicht gut – also über den Winter ab in den Weinkeller! 
Bitte die vorderen Kanten, die die Vertiefungen im Kopf begrenzen nicht zu sehr kneifen – dort könnte eine Falte entstehen oder einzelne Fasern verletzt werden!
Warum gerade Panama Stroh?
Die meisten Strohsorten sind nicht so elastisch und brechen bald, während ein echter Toquilla-Panama-Strohhut leicht und weich ist, fein ventiliert und ein ganzes Leben lang hält! 
Das Panama Stroh hat eine sehr geschlossene Oberfläche und nimmt deshalb kaum Schmutz an. In der Sonne fast weiß, wirken vor allem die hellen Panamas besonders elegant!
     
Parasisol Stroh
(Werkstoffkunde)
  Aus der Blattfaser der Sisol-Agave stammt eines der wichtigsten Stroharten für elegante Sommerhüte – hauptsächlich im Damenbereich. Der Unterschied zwischen "Sisol" und "Parasisol" besteht in der Flechtart. "Parasisol" Stumpen sind in Fischgrät-Bindung verflochten, wogegen "Sisol" eine Leinen-Bindung aufweist. Es bestehen keine Unterschiede hinsichtlich des verwendeten Materials oder der Feinheit.
     
Peccary Handschuhe   Peccary-Leder sind chromgare, weiche waschbare Handschuhleder mit stark ausgeprägter Papillen-bildung hergestellt aus der Haut des süd-amerikanischen Nabelschweins Peccary oder Wasserschweins Carpincho.
     
Pompon    Ist die französische Bezeichnung für den Pommel auf der Haube oder Mütze. Kann aus der Wolle der Haube oder aus dem Fell des Fuchses oder des Waschbärs oder auch des Kaninchens sein. Die Saison 2012/13 hat wieder einen Rekord an verkauften Fell-Pompons erbracht. Aufgrund der heuer wieder so großen Nachfrage, rechnen wir alle mit weiteren Zuwächsen bei Fell Pompon Hauben und Mützen. Stark im Kommen sind Overseize Mützen mit Fell Pompons.
     
Pork Pie Hut   Der Name dieser Hut-Form stammt von ihrer Ähnlichkeit zu dem britischen Pasteten Törtchen Pork Pie. Der Kopf des Hutes hat nicht wie beim Trilby einen Längseindruck, sondern ist flach mit einer konzentrischen Vertiefung entlang der Oberkante versehen. Meist hat der Pork Pie Hut eine eher schmale Krempe die nach oben geklappt getragen wird. Die Form stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Berühmte Pork Pie Hut Träger waren z.B. Buster Keaton und viel später Gene Hackman im bekannten Hollywood Streifen „French Connection“. Gegenwärtig erlebt der Pork Pie Hut eine veritable Renaissance. Besonder US-amerikanische Stars aus der Musik und Filmbranche sind wahre Pork Pie-Maniacs. Last not least sei hier auch Walter White aus der US-Serie "Breaking Bad" erwähnt. Der von uns entwickelte "Pork Pie von Mauerer" hat sich bereits zu einem wahren Bestseller entwickelt. Dieses Modell soll der Beginn unserer neuen Herrenhutlinie sein: "Mauerer - der Hut für den Herren"
     
Pullman Kappe   siehe Baskenmütze, Beret
     
Raffia Stroh
(Werkstoffkunde) 
  Wird aus den Blättern der Raffia Palme, die in Afrika und Madagaskar beheimatet ist, gewonnen. Erwähnenswert ist, dass die Blätter dieser Palme bis zu 25 Meter lang werden können. Die Fasern dieser Blätter sind besonders elastisch, weil sie ein Wachs enthalten, welches das Raffia Stroh geschmeidig macht. Raffia Stroh ist ein für die Herstellung von Sommerhüten immer öfter gebrauchter Werkstoff.
     
Ripsband   Die Existenz des Ripsbandes ist ein Voraussetzung für die Herstellung von Kopfbedeckungen. Heute wird es in erster Linie als Innenband bei Hüten, Kappen und Mützen verwendet, auch als Umbind zur Dekoration des Hutes am Übergang von der Krempe zum Kopfteil. Teilweise löst es im Bereich der Herrenhüte das Lederinnenband ab. Das Ripsband sollte idealer Weise aus Baumwolle oder als Mischgewebe mit Anteilen von Viskose gewebt sein. Beim Ripsband sind die Schussfäden schwerer als die Kettfäden. Dadurch entsteht das typische Rillenmuster quer zur Bandrichtung. Die Kettfäden sind schlauchartig miteinander verwebt. Das Ripsband wird einfarbig, bunt oder mit einem Moiréeffekt in einer Breite von 5 bis 70 mm hergestellt.
     

Schafwolle
(Werkstoffkunde)

 

  Schafwolle ist die wolle von Schafen. Schafwolle ist ein nachwachsender Rohstoff. Sie hat eine sogenannte natürliche Thermoregulations-Eigenschaft. Wolle kann im Faserinneren Wasserdampf aufnehmen, die Oberfläche stößt Wasser jedoch ab. Sie kann bis zu 33 % ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen und sie leitet Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als z. B. die viel verwendete Baumwolle. Da Wollwaren (bezogen auf ihr Gesamtvolumen) aus bis zu 85 % Luft bestehen, sind sie gute Wärmeisolatoren: die Körperwärme entweicht nur wenig. Umgangssprachlich heißt es deshalb, dass Wolle gut "wärmt", obwohl Wolle von sich aus hauptsächlich nur die Wärmestrahlung des Körpers reflektiert. Wolle nimmt Schmutz schlecht an, knittert kaum, da die Faser sehr elastisch ist. Wolle ist sehr farbbeständig und schwer entflammbar. Sie brennt nicht, sondern verkohlt nur. Wolle nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern wenig Gerüche (z.B. von Schweiß) an, und hat eine natürliche Selbstreinigungsfunktion - aufgenommene Gerüche werden an die Luft wieder abgesondert, und die Wolle riecht nach kurzer Zeit an frischer Luft wieder neutral und frisch.
     
Schuss   Im Englischen der „Weft Yarn“, also der Schussfaden. Jener Faden der quer zur Webrichtung durch die Kettfäden geschossen wird!
     
Schutzpatron der Hutmacher   Der Apostel Jakobus der Ältere gilt als Schutzpatron der Hutmacher. Vor allem in Spanien ranken sich um den Heiligen Jakobus zahlreiche Legenden. Zu seinem Gedenken wurde die Kathedrale Santiago de Compostela errichtet, zu welcher der Jakobsweg führt. Jakobus und Johannes erhielten wegen ihrer ungestümen Wesensart von Jesus den Beinamen "Donnersöhne". Vielleicht ist dies der Grund, warum Jakobus der Schutzpatron der Hutmacher ist, die ja bei Nichtgelingen eines Ihrer Meisterwerke besonders grantig werden können.
     
Sisol Stroh
(Werkstoffkunde)
 
  Aus der Blattfaser der Sisol-Agave stammt eines der wichtigsten Stroharten für elegante Sommerhüte – hauptsächlich im Damenbereich. Der Unterschied zwischen "Sisol" und "Parasisol" besteht in der Flechtart. "Parasisol" Stumpen sind in Fischgrät-Bindung verflochten, wogegen "Sisol" eine Leinen-Bindung aufweist. Es bestehen keine Unterschiede hinsichtlich des verwendeten Materials oder der Feinheit.
     
Skull Cap   Die Skull Cap ist eigentlich nichts anderes als eine klassische Baseballkappe ohne Schirm.Sie ist am Kopf ziemlich anliegend geschnitten. An der Hinterseite ist oft eine Kopfweitenregulierung eingearbeitet. Skull bedeutet in der englischen Sprache Schädel - deshalb Skull Cap. Die richtige deutsche Bezeichnung wäre Kalotte.
     
Snap Brim   Die Snap Brim ist die vordere Krempe des Hutes, die sich mit leicht spürbarem Widerstand hinauf und hinunterklappen läßt. Bei richtiger Pressung bzw. Bügelung sollte dieser Widerstand immer spürbar bleiben und vor allem auch beim aufgesetzten Hut so bleiben wie es der Träger bestimmt hat; also z.B. nicht willkürlich hinaufklappen! Um die Lebensdauer der Snap Brim zu verlängern, sollte der Hut nicht auf der heruntergeklappten Snap Brim (also Krempe) rasten. Er sollte entweder hängen oder mit hinaufgeklappter Krempe tischflach aufliegen! 
     
Staffierung, staffieren   Zur Staffierung zählen alle an den Hutstumpen angenähten Materialien und Werkstoffe, die zur Verzierung und zum Gebrauch des Hutes notwendig sind. Das sind z.B. das Innenfutter, das Innenleder oder Innenband meist aus Rips oder Gros Grain, das Umbind, das Einfass und alle sonstigen Garnierungen und Accessoires die mit dem fertigen Hut verbunden werden.
     
Stetson  

 Stetson ist die stärkste Marke der Hutbranche. John B. Stetson wurde 1830 als eines von 12 Kindern in Orange, New Jersey geboren. Als Sohn eines Hutmachers war sein Lebensweg vorgezeichnet. Er verließ früh die Schule um das Hutmacherhandwerk zu erlernen, erkrankte aber bald ernsthaft und wurde von seinen Eltern nach Colorado geschickt um dort seine Krankheit auszukurieren. Dort wurde er mit den Vorläufern seiner späteren Westernhüte konfrontiert. Verlauste Waschbärmützen und löchrige Strohhüte waren seiner Idee eines breitkrempigen Haarfilzhutes mit hoher vorerst nicht angeformter Krone weit unterlegen. Ein solcher Hut schützte hervorragend vor entsetzlicher Kälte, extremer Hitze, Starkregen und Schneegestöber. Der "Boss of the Plains" wird heute noch produziert! Zurück an der Ostküste eröffnete Stetson 1865 einen Hutreparaturladen. Bald wurde eine Huterzeugung daraus. Seine Hüte waren Erzeugnisse höchster Qualität und Funktionalität. Stetson war ein Verfechter von "good work for good money". In kürzester Zeit expandierte seine Hutmanufaktur und erreichte bald industrielle Größenordnungen. John B Stetson war derEntrepreneur schlechthin. Kein anderer Huterzeuger erreichte jene industriellen Dimensionen, die Stetson in nur einem Leben schuf. Bereits 1869 umfasste das Werksgelände 12 Hektar mit 6 Fabrikshallen und dem Stetson-Hospital. John B. Stetson engagierte sich für seine Mitarbeiter auch in sozialer Hinsicht. Nur gesunde und zufriedene Handwerker sollten die Qualität der Stetson Hüte garantieren. Seinen schnellen Aufstieg hat Stetson sicherlich seiner Erfindung des "Travelling Salesmen Concepts" zu verdanken. Die Erschließung des Westens der USA mit den Eisenbahnliniene rmöglichte es einer großen Zahl von Stetson Hutvertretern das Land flächendeckend mit Stetson Westernhüten zu versorgen. Diese sammelten in den General Stores jener Städte in denen die Eisenbahn hielt Aufträge und telegrafierten diese sogleich nach Philadelphia. 1877 beschäftigte Stetson bereits 1200 Mitarbeiter. Pro Jahr wurden 50.000 Dutzend Hüte produziert. 1906 starb John B. Stetson, ein Mann der den US-Präsidenten Grover Cleveland, Jacob Astor, die Vanderbildts und die Carnegies in seinem Stetson Manison in Florida zu seinen Gästen zählen konnte. In diesem Jahr wurden in 25 Fabrikshallen mit 5.400 Mitarbeitern 3,3 Millionen Hüte produziert. Die Stetson Erfolgsstory dauerte bis in die 60er Jahre an. Aufgrund des rückläufigen Hutabsatzes verwandelte sich Stetson vom Produzenten zum Lizenzgeber. 1998 übernahm die Firma FWS den exklusiven Vertrieb von STETSON in Europa und wurde kurz darauf zum offiziellen Lizenznehmer. Der Marke Stetson wurde neues Leben eingehaucht. Man beschränkte sich nicht nur auf Westernhüte und elegante City Styles sondern nahm sich jeder Art der Herrenkopfbedeckung an. Bald wurde eine erfolgreiche Kappen und Mützenlinie aufgebaut und den modischen Ausprägungsformen des Herrenhutes besonderes Augenmerk geschenkt. Es sei hier nur auf die in Tausendschaften verkaufte Kappenform "Hatteras" hingewiesen oder auf die Wiederbelebung de Pork Pie Hutform aus den 70er Jahren. Natürlich haftet dem Namen STETSON immer noch das Image der "tough guys des Westens" an. Die STETSON Designer sind aber nach allen Seiten offen. Immer mehr werden bunte Farbstellungen und ausgefallene Stoffdessins in die Kollektionen integriert, um in der manchmal faden grau schwarzen Herrenmode Akzente zu setzen. 2015 feiern wir 150 jahre STETSON! Da kann man nur sagen: Chapeau!

Stetson- Kappen-Video    http://vimeo.com/47571410
     
Stumpen    Der Hutstumpen ist der Rohling aus dem der Hut geformt wird. Ursprünglich nur aus Hasenhaar gewalkt, kann man heute eben zwischen solchen Haarstumpen aus Hasen und oder Biberhaar, Wollstumpen und Strohstumpen unterscheiden. Die Bezeichnung Hutstumpen trifft wohl am ehesten auf den Stumpen aus Hasenhaar zu. Das Hasenhaar wird nach Sortierung und Reinigung auf einen rotierenden Konus aufgeblasen. Dieser Konus besteht aus einem feinmaschigen Gitter. Aus seinem Inneren sorgen feinste Wasserstrahlen für die nötige Feuchtigkeit, um die Hasenhaare zu binden. So bildet sich ein trichterförmiger bereits verfilzter Rohling, der Konus. Dieser wird nun händisch und maschinell immer weiter verwalkt, bis der homogene Filzstumpen entsteht, der dann je nach Anforderung geschliffen oder langhaarig belassen wird (glatt, haarig, velour=langhaarig, antilop=kurzhaarig samtig). Dann wird aus dem Konus der Rand gebrochen; d.h. durch weitere Arbeitsschritte entsteht ein Kopf und eine Krempe. Der Stumpen hat nun schon große Ähnlichkeit mit dem Hut - in dieser Form sprechen die Hutmacher auch von der Capeline. Während dieses gesamten Prozesses wird der Stumpen auch gefärbt. Die Färbung wird am Ende des Filzens vorgenommen.
     
Top Hat   siehe Zylinder
     
Toque   Eine Toque ist eine Kopfbedeckung mit ganz schmaler bzw. gar keiner Krempe. Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen. Historisch hat diese Kopfbedeckung Ihren Ursprung im 13. bis 16. Jahrhundert in Spanien, Frankreich und England. Der Wortursprung dürfte von dem spanischen Wort Tocado herrühren, einer Fez-artigen Kopfbedeckung, die in erster Linie Männer trugen. Im 20. Jahrhundert ist die Toque eine sehr häufig für Damen gebrauchte Hutform. Obwohl eigentlich nur der Hut-Kopf, also eine Topfform vorhanden ist, gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, in erster Linie im eleganten Bereich der Hutmode.
     
 Toyo Stroh   Toyo-Stroh ist nichts anderes als Papierstroh, welches aus Viskose hergestellt wird. Viskose ist eine natürliche Kunstfaser, die in der Bekleidungsbranche große Bedeutung hat, z.B. in Form von Futterstoffen oder auch von modischen Damenblusen und Kleidern. Die Stoffe sind hauptsächlich seidenähnlich. Beim Viskose-Stroh (Toyo-Stroh) gibt es eine große Gestaltungsfreiheit, weil es sehr elastisch und leichter als natürliches Stroh ist. Helle Toyo-Stroh Geflechte können beispielsweise dem Panama-Stroh sehr ähnlich wirken.
     
Traveller   Der Traveller ist ein Trilby mit hinten und vorne heruntergeklappter Krempe, einer sogenannten Drop Brim. Ursprünglich nur in leichtem Haarfilz gibt es diesen jetzt auch in Wollfilz und als Stoffhut.
     
Trilby   siehe Bogart
     
Trotteur Hut   Ist ein in der Damenhutmode gebräuchlicher Begriff aus dem Französischen für den Hut für jeden Tag. Sozusagen ein Prêt à Porter Hut. Es handelt sich also um einen modischen Hut, der auch eine hohe Funktionalität, wie Wäremschutz bzw. Sonnenschutz etc. aufweist.
     
Tweed (Werkstoffkunde)   Tweed ist eine Stoffart, die nicht nach dem Fluss „Tweed“ in Schottland benannt ist, sondern nach dem schottischen Wort „tweel“, das gleichbedeutend ist mit englisch „twill“ und eine Webart bezeichnet, die im Deutschen Köperbindung oder ebenfalls „Twill“ heißt. Tweed wird für Mantel und sportliche Sakkos verarbeitet, ist aus bester junger Schafwolle gewebt, ist sehr warm und widerstandsfähig. Bei Kopfbedeckungen ideal für Kappen und Mützen sowie die typischen englischen Stoffhüte, bekannt aus der Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ (All Creatures Great and Small)!
     
 VitaFELT®    Vitafelt Hüte der Firma Stetson sind rollbar, wasserabweisend, sehr leicht und weich. Der Vitafelt-Stumpen wird aus besonders junger Schafwolle gewalkt. Diese besitzt eine hohe Regenerationskraft, weshalb der Hut nach dem Rollen wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Der Vita Felt ist eine große Errungenschaft für die Hutproduktion. Das Zurückspringen des zusammengelegten Hutes in seine ursprüngliche Form verblüfft viele Kunden, die dies zum ersten Mal sehen. Besonders die Firma STETSON hat sich um die Entwicklung des Vita Felts verdient gemacht!
     
Yak Wolle   Yakwolle wird vom Unterhaar des Yaks gewonnen, nachdem das Yak am Ende des Winters geschoren wird. Vom Yak können verschiedene Wollarten gewonnen werden. Für unsere Zwecke wird das feine und spinnfähige Unterhaar gewonnen! Z.B. für besonders warme und weiche Strickhauben!
     
Zylinder   Der Zylinder Hut ist ein hoher, meist aus Haarfilz, zylindrisch geformter steifer Herrenhut mit ebenso steif geformter schmaler Krempe, die mit einem Bridee abgeschlossen ist. Der englische Hutmacher John Hetherington dürfte den Zylinder (Top Hat) um ungefähr 1800 bekannt gemacht haben. Heute wird der Zylinder in der Ascot Farbstellung (grau mit schwarzem Umbind und dem Einfass ton sur ton) vor allem bei Hochzeiten zum Cut oder in Ascot beim Pferderennen getragen. In Wien ist er ein unverzichtbarer Bestandteil am Red Carpet des Opernballs.